Am Bach

Habe heute zwei Stunden mit meiner Traurigkeit zusammen am Bach gesessen und das Fließen beobachtet. Zuerst dachte ich an Reinigen und Loslassen und schaute dem Wasser hinterher. Aber dann fiel mir auf, wie schön die andere Perspektive ist - es kommt immer wieder was nach, es geht immer weiter. Und das, obwohl allerhand Steine im Weg liegen und manchmal gar auf der ganzen Breite ein Baumstamm oder eine Barriere aus Astgewirr, Blättern und  allerlei Schlamm. Aber dahinter kommt klares Wasser an, manchmal oben drüber, manchmal unten durch … Aha, sagte etwas in mir – wovor fürchtest Du Dich also? Ja, es gibt Zeiten, da sind Hindernisse zu umschiffen. da sieht man nicht, wo und wie es weiter geht. Aber von oben gesehen ist das alles ganz harmonisch – glatte Strecken lösen unruhige ab und es ist immer das gleiche Wasser. Es ist immer das Leben, schwierig oder leicht. Jetzt ist es eben gerade so, wie es ist. Man kann auch mit einer Traurigkeit eine Weile leben. Das ist nicht schlechter, als wenn es unbeschwert und leicht ist – nur anders eben. Leben.

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Kommentare: 1
  • #1

    Jürgen Hartmann (Dienstag, 29 November 2016 17:55)

    Bin ich traurig, kommen mir oft tiefe Erkenntnisse über die Existenz, bin ich gut drauf, plätschert das Leben eher oberflächlich dahin. Den Wechsel, ich mußte begreifen, alles anzunehmen.